Mai 112012
 

Laut Dr. Loutsch befindet sich in der Kapelle von Oberwiltz eine Skulptur welches dieses Wappen zeigt. Seiner Meinung nach kann es sich nur auf die bürgerliche Familie Thilges aus Wiltz beziehen, welche bekannte Gerber und Politiker hervorgebracht hat (siehe Nicolas Thilges, Édouard Thilges). Das Wappen ist im Louis-quinze-Stil gehalten. Ein Stiftungsjahr ist nicht gegeben.

Leider ist mir nicht klar wo sich diese Kapelle befindet. Bei einem Besuch in Wiltz musste ich feststellen, dass es sich nämlich nicht um die Kirche Notre-Dame handelt. Auch beim mehrmaligen Umfahren des Ortes ist mir nichts aufgefallen. Die Straßen waren aufgrund eines gerade beendeten Halbmarathons leider wie leer gefegt, sodass ich nicht einmal einen Eingeborenen fragen konnte.

Blasonierung:

Un instrument de tanneur en pal brochant sur un râcloir, le tout accosté par deux lions affrontés tenant d’une patte les manches du râcloir, de l’autre soutenant une couronne en chef.

Auf deutsch:

Ein aufrechtes Gerberwerkzeug einen Schaber belegend, das Ganze begleitet von zwei zugewendeten Löwen, welche mit einem Lauf den Schaber halten, mit dem anderen eine Krone darüber halten.

Quelle: Dr. Jean-Claude Loutsch: Armorial de pays de Luxembourg. Luxembourg, 1974; Daniel Erpelding, 11.05.2012

  2 Antworten zu “Wappen der Familie Thilges in Oberwiltz”

  1. Grüss Dich Andreas.

    Zwar war ich schon mal in Wiltz, habe aber nicht nach Wappen an/oder in der Kirche gesucht. Also in Wiltz gibt es zwei davon, eine in Niederwiltz, und eine in Oberwiltz. Im Originaltext heisst es: „Sculpture de l’église (!) de Oberwiltz“, also denke ich schon, dass Du an/in der richtigen warst. (Er spricht wirklich von einer Kirche, keiner Kapelle). Wenn man etwas nicht findet, heisst das nicht, dass es nicht da ist!

    Allerdings kann ich mir durchaus vorstellen, dass die Skulptur vielleicht entfernt wurde, 1974 ist ja doch schon einige Zeit her. Btw. War die Kirche denn überhaupt offen? Ich erlebe in letzter Zeit immer öfter, dass die Kirchen NICHT mehr fürs Publikum offen sind. Vielleicht solltest Du erst mal ans Pfarramt schreiben? Luxemburger Kleriker sind für solche Anfragen von kunsthistorisch Interessierten in der Regel recht offen.

  2. Hallo Daniel,
    Ich war vor kurzem in der Trierer Stadtbibliothek und habe mir dort das Armorial mal angeschaut. Ich hätte schwören können, dass dort etwas von einer Kapelle stand. So habe ich mir das zumindest notiert. ALs ich in wiltz war habe ich mir dann sicherheitshalber auch mal die Kirche angesehen – die war auch offen – aber leider darin und drum herum nichts gefunden. Das mit dem Pfarramt ist eine gute Idee. Ich habe sowieso noch einmal vor nach Wiltz zu fahren um dort in der Vergangenheit zu wühlen.